Reiserückschau

Unbekanntes Piemont und das Aosta-Tal (11 Tage)

Die Studienfahrt in die Regionen Piemont und Aosta-Tal fand vom 7. - 17. September 2014 statt.

Zwei der eher unbekannteren Regionen Italiens sind das Piemont und Valle d'Aosta. Keiner der bedeutenden Italien-Reisenden (Byron, Goethe, Heine, Burckhardt) besuchte die Region zwischen den wild zerklüfteten Tälern der Westalpen und den lieblichen Hügeln der Weinlandschaft um Asti und Alba. Auch in der heutigen Zeit ist einzig die in der Mitte des Piemont liegende Metropole Turin ein Begriff, wobei zuallererst die Automarken Fiat und Lancia in den Sinn zu kommen scheinen. Bereits ein erster Blick auf das Piemont zeigt jedoch, dass es nicht nur köstliche Käsesorten (Bra, Tome Piemontese) anbietet und mit dem Barolo, Barbaresco oder Barbera über herausragende Weine verfügt, sondern auch außerordentlich bedeutsame Kunstschätze zu sehen sind.

Auch in dieser Region Italiens haben die Römer ihre Spuren hinterlassen, wobei der Augustusbogen von Susa und der entsprechende Bogen in Aosta herausragend sind. Hinzu treten noch das Theater und die gut erhaltenen Stadttore. In Donnas ist noch eine interessante römische Straße mit einem Meilenstein zu sehen.

Wie die römischen Zeugnisse sind die spätmittelalterlichen Burgen in eine pittoreske bergige Landschaft eingebettet. So ist beispielsweise das gut erhaltene Castello di Fénis aus dem 14./15. Jahrhundert zu nennen, das von der Grafenfamilie Challant errichtet wurde. Aufgrund der Fresken aus der Zeit um 1500 ist das Castello d'Issogne besonders sehenswert, da hier das Leben und der Alltag der einfachen Menschen auf dem Markt oder in ihren Werkstätten dargestellt werden. Das spätgotische höfische Leben ist dagegen in den grandiosen Fresken des Castellos di Manta in Saluzzo zu bestaunen.

Neben weiteren schönen Burgen sind auch die sakralen Bauwerke Piemonts bemerkenswert. An dieser Stelle soll beispielsweise die romanische Kathedrale Sant'Evasio in Casale Monferrato hervorgehoben werden, die interessante Mosaiken aus der Mitte des 12. Jahrhunderts beherbergt. Idyllisch liegt die Abtei von Vezzolano in den Anhöhen des Monferrato und gehört zu den berühmtesten romanischen Bauwerken des Piemont. Der beeindruckende Klosterwehrbau San Nazzaro Sesia besticht, wie die berühmte Abtei Staffarda, durch seine gute Erhaltung und den wunderschönen Kreuzgang.

Eine Reise in das Piemont wäre unvollständig, wenn Turin ausgelassen werden würde. Hier stehen der Palast der Savoyer, der Palazzo Reale mit der sehenswerten Bibliothek, das berühmte Museo di Antichità und der Besuch des geheimnisumwitterten Turiner Grabtuchs auf dem Programm.

Diese Ziele haben wir mit großem Interesse und Gewinn besichtigt. Freundliche Tourguides wiesen uns auch auf weitere schöne Ziele hin und sorgten sich auf besondere Weise um unser leibliches Wohl. Die Weinprobe in Barolo sowie die Besichtigung einer Reisplantage unweit von Vercelli waren sehr lehrreich.
Die Region Piemont und das Aorta-Tal werden zu unrecht selten angefahren, und wir wurden gebeten, auf diese Region besonders aufmerksam zu machen. Diesen Wunsch erfüllen wir gerne.

Unbekanntes Sizilien. Der Nordosten und die Liparischen Inseln (9 Tage)

Die Studienfahrt zu den Liparischen Inseln und innerhalb des Nordens Siziliens fand vom 14. - 23. April 2015 statt.

Die konventionellen Studienfahrten nach Sizilien umfassen in der Regel nur die Insel selbst. Wenig Beachtung findet dabei der Nordosten. Berühmt ist die prächtige römische Villa von Piazza Armerina, wobei wenig bekannt ist, daß es in der Nähe von Messina weitere Villen dieser Art gibt. Die Villa Romana di San Biagio ist wegen der Konstruktion der Thermenanlage sehenswert, und die Villa Romana di Patti ist sogar größer als die Villa in Piazza Armerina und besitzt ebenfalls einige interessante Mosaikfußböden. Mit dem Besuch von Tyndaris und Himera sind die Überreste zweier griechisch-römischen Städte zu bewundern.

Ein Sprung nach Reggio di Calabria führt im dortigen Museum zu den berühmten Bronzestatuen von Riace. Es handelt sich hierbei um zwei bronzene Kriegerstatuen aus der spätklassischen Zeit. Eine Besonderheit ist die prähistorische Höhlenmalerei von Grotta del Genovese (Levanzzo). Die ca. 7.000 Jahre alten Ritzungen zeigen in einer beeindruckend modernen Form menschliche Figuren.

Ein wichtiger Höhepunkt bildet die Reise zu den Liparischen Inseln (Äolische Inseln). Die Besichtigungen gelten vor allem den Inseln Lipari, Vulcano, Salina, Fiicudi und Alicudi, die aufgrund ihrer geologischen Besonderheiten im Jahre 2000 Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes durch die Unesco fanden. In archäologischer Hinsicht bieten die Inseln wichtige Erkenntnisse für die Vorgeschichte. Das im Mittelmeerraum begehrte Obsidian als Schneidewerkzeug stammt von den Inseln. Nach einer Blütezeit im Neolithikum sind wieder im mittleren 2. Jahrtausend v. Chr. intensive Handelskontakte mit der mykenischen Welt belegbar. Auf der Burg von Lipari sind interessante archäologische Ausgrabungen zu sehen, deren herausragende Funde im Museo Archeologico Eoliano zu bewundern sind. Neben einheimische Tonwaren, die einzigartige „ausonische Keramik“, sind die Statuetten und Theatermasken aus hellenistischer Zeit in teilweiser guter Bemalung weltberühmt. Im Mittelalter, vor allem in normannischer Zeit, entwickelte sich eine weitere Blütezeit. Aus dieser Zeit stammen ein Benediktinerkloster und die sehenswerte Kirche San Bartolomeo. Diese Studienfahrt wird nicht nur aufgrund der archäologischen Zeugnisse, sondern durch die landschaftlichen Eindrücke der vulkanischen Inselwelt in besonderer Erinnerung bleiben.

Besonders beeindruckend waren die Liparischen Inseln, die im Italienischen benannt nach dem berühmten griechischen Gott, die äolischen Inseln heißen. Die vulkanischen Inseln verzauberten uns durch ein Meer von bunten Blumen, die zusammen mit den dunklen Farben der Erde und dem blauen Himmel und der türkisfarbenen See einen wunderschönen Kontrast boten. Hochinteressant ist das archäologische Museum auf Lipari, das mit schönen griechischen Vasen und vor allem mit beeindruckenden kleinen Masken aus der griechischen Tragödie und Komödie aufwartet.

Padua, Ferrara, Ravenna – Wege zur Spätantike und zum Mittelalter
(8 Tage)

Die Studienfahrt nach Padua, Ferrara und Ravenna fand vom 6. - 13. Juni 2015 statt.

Es ist eine Binsenweisheit, daß Italien über eine unüberschaubare Kunst- und Kulturlandschaft verfügt. Wer sich besonders für die Kunst der Spätantike und des Mittelalters interessiert, der wählt die Strecke von Padua, über Ferrara nach Ravenna. Die Hauptstadt des Veneto gehört zu den ältesten Städten Norditaliens.

In Padua erwartete uns auf der Piazza delle Erbe mit dem interessanten Palazzo della Ragione ein Justizpalast, der in der Mitte des 12. Jh. errichtet und im 14. Jh. umgebaut wurde. Sehr bedeutend ist natürlich die Basilica di S. Antonio im romanisch-gotischem Stil mit der Kapelle und dem herausragenden Kirchenschatz zu Ehren des Hl. Antonius. Ebenfalls sehenswert war die Chiesa degli Erimiti aus dem 13. Jh. mit Fresken des berühmten Malers Mantegna. Neben den Überresten des römischen Amphitheaters befand sich die berühmte Capella degli Scrovegni mit den herrlichen Fresken des Giotto aus dem frühen 14. Jh.

Unweit von Padua lag der Convento di Praglia, eine ehemalige Benediktinerabtei, die 1080 in einer prachtvollen Lage gegründet wurde. Die Kirche ist im Renaissancestil errichtet und verfügt über schöne Kreuzgänge.

Die Stadt Ferrara geht zwar auf das 5. Jh. zurück, erlangte aber erst ihre Bedeutung mit der Herrschaft der Fürsten Este ab dem 13. Jh. Herausragend war das Castello Estense, eine ehemalige Wasserburg der Herzöge von Este, die im Jahre 1385 für Nikolaus II. begonnen wurde. Die viereckige Burg mit den vier Ecktürmen gehört zu den schönsten mittelalterlichen Bauten Italiens. Die Kathedrale, dem Hl. Georg geweiht, wurde 1135 im romanischen Stil errichtet und mehrfach umgebaut, wobei am Hauptportal die Skulpturen einen byzantinischen Einfluß verraten und im oberen Stockwerk die Gotik zu bemerken ist. Im Palazzo di Lodovico il Moro, ein üppig ausgestalteter Renaissancepalast, befand sich das bedeutende Museo Archeologico Nazionale. Die Sammlung verfügt über eine bedeutende Anzahl griechischer Vasen und etruskischen Bronzen, die aus der Nekropole der bedeutenden etruskischen Stadt Spina stammen.

Östlich von Farrara liegt die außerordentlich sehenswerte Abbazia di Pomposa. Von Benediktiners im 6. Jh. gegründet, war die Abtei besonders im 10. bis 12. Jahrhundert ein bedeutendes Kulturzentrum. Die Klosterkirche wurde im 10./11. Jh. im Stil der ravennatischen Basiliken errichtet. Der Mosaikfußoden stammt aus dem 11. Jh. Zu beiden Seiten des Portals befindet sich ein prachtvoller romanischer Weihwasserkessel. Im gegenüber der Kirche liegenden Bauwerk war der ehemalige Palazzo della Ragione zu erblicken, ein seltenes weltliches Bauwerk aus dem 11. Jh., in dem der Abt Recht sprach.

Ravenna stellte schließlich der Höhepunkt der Reise dar. Der Kaiser Honorius machte die bedeutende Stadt, in der eine militärische Flotte dauerhaft vor Anker lag, im Jahre 402 n. Chr. zur Hauptstadt des weströmischen Reiches. Bedeutende Bauwerke aus der spätantiken Zeit sind zu bestaunen. Die Basilika S. Vitale ist im Chor mit beeindruckenden Mosaiken aus der Mitte des 6. Jh. ausgestattet, die Christus, die Apostel, aber auch Kaiser Iustinian und sein Gefolge zeigen. Zu den ältesten Kunstdenkmälern gehört das berühmte Mausoleum der Kaiserin Galla Placidia, das mit schönen Mosaiken aus dem 5. Jh. geschmückt ist. Im Museo Nazionale d'Antichità befindet sich eine bedeutende Sammlung Grabdenkmälern und Reliefs, welche die besondere Bedeutung der Stadt in der römischen Kaiserzeit dokumentieren. Die Kirche S. Apollinare Nuovo, die im 6. Jh. unter Theoderich d. Gr. errichtet wurde, besitzt herausragende Mosaiken, die das Leben und die Passion Christi zeigen. Die etwas außerhalb Ravennas gelegene Kirche S. Apollinare in Classe schließlich kann mit schönen und buntgeäderten Säulen und Kompositkapitellen aus dem 6. Jh., einem Altar aus dem 9. Jh. und seltenen Sarkophagen aus dem Frühmittelalter aufwarten.

Trotz einer großen und ungewohnten Hitze ließ sich die Gruppe nicht von den außergewöhnlich interessanten Stätten abhalten. Ein gutes Essen und ein edler Tropfen in einer melden abendlichen Wärme vor historischen Kulissen oder einer pittoresken Landschaft rundete die schöne Reise ab.

Verborgene Schätze des antiken und mittelalterlichen Rom (9 Tage)

Die Studienfahrt nach Rom und in den Norden von Latium fand vom 8. - 16. Januar 2016 statt.

Rom und das Umland mögen einem passionierten Reisenden wohlvertraut sein. Doch gibt es viele oberirdische und unterirdische Orte, die archäologisch bzw. kunsthistorisch ausgesprochen kostbar und nur mittels einer Sondergenehmigung zu betreten sind. Andere Orte sind so abgelegen, dass sie nur selten beachtet werden. Die Studienfahrt im Januar wird derzeit so geplant, dass knapp drei Tage im nördlichen Latium verbracht werden sollen.

Es werden die archäologischen Ausgrabungen
der römischen Stadt Carsulae, die römischen Zisternen von Amelia/Terni, und in Spoleto die Ponte delle Torri (Brücke der Türme) aus dem 13./14. Jh., die Kathedrale 
Santa Assunta, die Kirche San Ponziano, die altehrwürdige Burg La Rocca, die 
Casa Romana di Vespaia Polla und das archäologische Museum angesteuert.

In den restlichen sechs Tagen sind in Rom und Umgebung folgende Ziele in die Planung aufgenommen: die Palazzi Farnese und Pamfilj mit ihren beeindruckenden Fresken der Renaissance, die römischen Gräber des Pomponius Hylas und der Scipionen, das Hypogäum an der Via Dino Compagni, die Fonte Anna Perenna, das Marcellus-Theater; und außerhalb von Rom sollen die Villa des Horaz bei Licenza und die schöne Gegend von Subiaco aufgesucht werden. Ein besonderer Ausflug soll uns die mittelalterlichen Städte von Terracina und Sermoneta und deren politische Position im frühen und hohen Mittelalter nahe bringen.

Antike und Romanik in Kalabrien und im Osten Siziliens (10 Tage)

Die Studienfahrt nach Kalabrien und Sizilien fand vom 15. - 24. April 2016 statt.

Die Studienfahrt nach Sizilien geht nach zwei sehr interessanten und unvergleichlich schönen Reisen in den letzten zwei Jahren in die dritte Runde. Neue Interessierte mögen sich aber nicht abschrecken lassen; die früheren Reisen bilden keine Voraussetzung für die Teilnahme, und die Sehenswürdigkeiten sind auf der Insel noch lange nicht ausgeschöpft. So kennen sicherlich die passionierten Reisenden die wichtigsten Stätten im Osten und Süden der Insel, so Catania, Syrakus oder Agrigent. Aber wer kennt die atemberaubende Schlucht von Java Grande oder die Villa Romana di Tellaro, die zwar nicht in der Anzahl der Mosaiken, wohl aber in der Qualität mit der berühmten Villa von Piazza Armerina konkurrieren kann. Hinzu tritt die in antiker Zeit berühmte und mächtige Stadt Gela, in der aufgrund frischer Ausgrabungen herausragende Ummauerungen und Türme zutage getreten sind. Eine Thermenanlage zeigt in einer hufeisenförmig angelegten Struktur Sitzwannen im griechischen Stil. Im Hinterland von Agrigent sind in Sant'Angelo Muxaro interessante frühgeschichtliche Kuppelgräber bzw. auf dem Monte Adranone besonders wichtige Siedlungsreste zu sehen, die karthagische Einflüsse verraten, während die Vulcanelli von Macaluba eine kleine geologische Besonderheit darstellen. Neben einem Besuch der barocken Seiten Siziliens, wofür Ragusa und Foto stehen, möchten wir auch die kulinarischen Aspekte der Reise ansprechen, da mit der Fahrt nach Santa Margherita di Felice die bedeutendste Weinbauregion Siziliens angefahren wird.
In Kalabrien sehen wir die archäologischen Parks der Städte Tauriana und Locri. Sie stehen mit den interessanten Überresten als ein Beispiel für ein reiches Städtewesen, das in der Antike in Unteritalien geherrscht hat. Die Hochblüte im Mittelalter wird durch die Kirche Santa Maria Assunta in Gerace verdeutlicht, die mit ihren byzantinischen Wurzeln zu den größten Kirchen Kalabriens zählt.
Neben diesen kulturhistorischen Aspekten spielt die landschaftlich reizvolle Gegend, mit ihren pittoresken Bergen und Schluchten sowie den malerischen Buchten, ein wichtige Rolle, wobei die landestypischen kulinarischen Genüsse mit ihren starken Aromen, die in Peperoncini, luftgetrockneter Salami, aber auch in Salaten von Thunfischen und frisch frittierten Garnelen zu schmecken sind, auch ihren Platz finden werden.

Archäologische und kunsthistorische Perlen in den italienischen Alpen (9 Tage)

Die Studienfahrt fand vom 6. - 13. Juni 2016 statt.

Die nördlichsten Regionen Italiens, die Lombardei, das Trentino und die Umgebung von Verona, sind reich an kulturhistorischen Stätten und brauchen sich hinter der Toskana, Latium und der Campania nicht zu verstecken. Es sind jedoch gerade die versteckteren Ziele, die ausgesprochen interessant und touristisch nicht allgemein bekannt sind.

Hier ist beispielsweise die Villa des römischen Dichters Catull in Sirmione, das Pfahlbaumuseum von Molina di Ledro – eine bronzezeitliche Rekonstruktion, die kürzlich in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde –, oder das ungemein sehenswerte Fossilienmuseum Monte Bolca zu nennen.

Neben diesen kleinen Perlen nahe des Gardasees sollen natürlich auch die großen, uns bekannteren Stätten angefahren werden. So steht in Verona neben dem Arco dei Gavi und der Porta dei Borsari natürlich das berühmte Amphitheater auf dem Programm. Neben den Hinterlassenschaften der Römer wird beispielsweise auch die Kirche Sant’Anastasia besucht, die ein wunderbares Fresko von Antonio Pisanello (erschaffen 1433-1438) aufweist. Und was wäre Verona ohne das Haus der Julia?

In Monza wartet u. a. die eiserne Krone der Langobardenkönige auf uns. Neben dem Dom soll das Gerichtshaus, das sog. Arengario, aus dem 13. Jh. besichtigt werden.
Die Stadt Cremona beherbergt einen interessanten Dom und ein mittelalterliches Rathaus sowie schöne Palazzi.
Östlich des Gardasees sind am Monte Baldo nicht nur die pittoreske Burg von Avio mit herrlichen Fresken aus dem 14. Jh., sondern auch interessante Felsmalereien aus der Stein- und Bronzezeit zu sehen. In diesem Kontext sollen auch die Petroglyphen im Val d’Assa besucht werden.

Diese landschaftlich wunderschöne Gegend bildet einen herausragenden Rahmen für diese Ziele, ist aber auch für gutes Essen und einen edlen Tropfen bekannt.

Von Marzabotto nach Ravenna - Eine Reise zu den Etruskern im Nordosten Italiens und den spätantiken Mosaiken von Ravenna (8 Tage)
(18. - 25. Oktober 2016)

Im Osten der Emilia Romagna befinden sich zwei kulturhistorische Zentren, die in der Antike von erheblicher Bedeutung gewesen sind. Die Etrusker im Nordosten Italiens sowie das byzantinische Ravenna und ihre jeweilige Umgebung bilden das Ziel dieser Studienfahrt.

Ausgehend von Bologna werden zunächst die interessanten spätmittelalterlichen Bauten, so der Palazzo del Podestà, der Palazzo di re Enzo und die Kirche San Petronio mit den herrlichen Fresken von Giovanni da Modena in der Capella Bolognini aus dem frühen 15. Jh. besichtigt. Ein besonderes Augenmerk verdient aber das archäologische Museum, das zwar eine Ausstellungskonzeption des 19. Jh., aber dafür interessante Ausstellungsstücke wie die Certosa-Situla aus dem Ende des 6. Jh. v. Chr. besitzt. Dieses der voritalischen Este-Kultur zugeordnete eimerähnliche Bronzegefäß wird durch ein figurenreiches Relief verziert, das einen stilistischen Einfluß der Kelten und Etrusker verdeutlicht.

Mit einem Besuch des archäologischen Museums der kleinen Stadt Este wird ein weiteres Gefäß dieser Art, die situla Benvenuti, zu besichtigen sein. Auf den Spuren dieser keltisch-etruskischen Verbindung wandelnd, werden auch die berühmte Ausgrabung und das Museum von Marzabotto besucht, die die einzige gut bekannte Stadt der Etrusker darstellt.

Das kleine, aber sehr sehenswerte Museo della Nave Romana in Comacchio, beherbergt eine ausgesprochene Kostbarkeit: ein 21 Meter langes Küstenseeschiff aus dem 1. Jh. v. Chr. mitsamt der Ladung, das ein Spiegelbild des regionalen und überregionalen Handels darstellt.

Ravenna stellt einen weiteren Höhepunkt der Reise dar. Der Kaiser Honorius machte die bedeutende Stadt, in der eine militärische Flotte dauerhaft vor Anker lag, im Jahre 402 n. Chr. zur Hauptstadt des weströmischen Reiches. Bedeutende Bauwerke aus der spätan- tiken Zeit sind zu bestaunen. Die Basilika S. Vitale ist im Chor mit beeindruckenden Mosaiken aus der Mitte des 6. Jh. ausgestattet, die Christus, die Apostel, aber auch Kaiser Iustinian und sein Gefolge zeigen. Zu den ältesten Kunstdenkmälern gehört das sog. Mausoleum der Kaiserin Galla Placidia, das mit schönen Mosaiken aus dem 5. Jh. geschmückt ist. Im Museo Nazionale d‘Antichità befindet sich eine bedeutende Sammlung von Grabdenkmäler und Reliefs, welche die besondere Bedeutung der Stadt in der römischen Kaiserzeit dokumentieren. Die Kirche S. Apollinare Nuovo, die im 6. Jh. unter Theoderich d. Gr. errichtet wurde, besitzt herausragende Mosaiken, die das Leben und die Passion Christi zeigen. Die etwas außerhalb Ravennas gelegene Kirche S. Apollinare in Classe schließlich kann mit schönen und buntgeäderten Säulen und Kompositkapitellen aus dem 6. Jh., einem Altar aus dem 9. Jh. und seltenen Sarkophagen aus dem Frühmittelalter aufwarten.

Schlußpunkt ist schließlich die außerordentlich sehenswerte Abbazia di Pomposa. Von Benediktinern im 6. Jh. gegründet, war die Abtei besonders im 10. bis 12. Jahrhundert ein bedeutendes Kulturzentrum. Die Klosterkirche wurde im 10./11. Jh. im Stil der ravennatischen Basiliken errichtet. Der Mosaikfußboden stammt aus dem 11. Jh. Zu beiden Seiten des Portals befindet sich ein prachtvoller romanischer Weihwasserkessel. Im gegenüber der Kirche liegenden Bauwerk ist der ehemalige Palazzo della Ragione zu erblicken, ein seltenes weltliches Bauwerk aus dem 11. Jh., in dem der Abt Recht sprach.

In Kooperation mit dem Freundeskreis „Antike & Gegenwart“ des Museums August Kestner, Hannover.

Unterirdisches Rom und Umgebung mit drei Tagen im südlichen Umbrien (Campello, Assisi, Gubbio, Spoleto) XVI (10 Tage) (9. - 18. Januar 2017)

Diese nunmehr 16. Fahrt nach Rom und in die Umgebung, die von Herrn Koletzko und mir vorbereitet wird, beginnt – wie im letzten Jahr – in Spoleto. In der Stadt der Langobarden haben wir noch nicht alles besichtigt. So steht die Basilica San Salvatore und das archäologische Museum auf dem Programm. Die auswärtigen Ziele führen uns nach Campello, um den eigenwilligen Tempio del Clitunno zu besichtigen, und nach Assisi, um die großartigen Kirchen des Hl. Franziskus, aber auch die antiken Gebäude des einstigen römischen Forums zu besuchen. Ein besonderes Ziel stellt Gubbio dar. Dieser hübsche Ort bietet nicht nur ein pittoreskes römisches Theater, sondern auch eine interessante geologische Besonderheit. In einer gut zugänglichen Schlucht sind die Merkmale einer der größten Katastrophen der Erdgeschichte zu beobachteten, nämlich die Hinterlassenschaften eines gewaltigen Meteoriteneinschlages, der den Untergang der Dinosaurier herbeiführte.

In Rom selbst stehen verschiedene spannende Besichtigungsstätten auf dem Programm, deren Zutritt in einzelnen Fällen noch von den jeweiligen Denkmalbehörden geprüft wird. Geplant sind folgende Ziele: Palazzo Farnese, Palazzo Pamfili und S. Agnese, S. Stefano in Rotondo, S. Maria in Antiqua, Kaiserrampe zum Palatin, Palazzo Valentini, Engelsburg, Hypogäum der Vibia, Catacombe di Villa Torlonia, Casa Belleza, Colombario di Pomponio Hylas, Sepolcro degli Scipione, Colombario di Via Taranto, Colombario di Via Olevano Romano, Ipogeo di Via Dino Compagni, Fonte Anna Perennae, Basilica Sotterranea di Porta Maggiore, Necropoli della Via Laurentino, Ausgrabungen bei den Diokletiansthermen.

Im Vatikan wird uns das Studio des Michelangelo geöffnet. Die auswärtigen Ziele stellen die interessante Villa der Livia bei Primaporta, die kaum besuchte Villa des Horaz in Livenza und das hübsch gelegene Kloster des Hl. Benedikt in Subiaco dar. Auch von dieser Reise werden wir wieder mit vielen neuen und interessanten Eindrücken von Stätten, die normalerweise dem Publikum nicht zugänglich sind, zurückkehren.

Unentdeckte Schätze Siziliens. - Kostbarkeiten abseits des Tourismus auf Sizilien, Lampedusa und Pantelleria (ca. 9 Tage) (ca. 18. - 26. April 2017)

Zusammen mit der uns schon sehr vertrauten und liebgewonnenen Angela Salamone, die alle kulinarischen Höhepunkte Siziliens zu kennen scheint, möchte ich vor allem die archäologischen und kulturhistorischen Ziele ansteuern, die so gut wie nie vom konventionellen Tourismus berührt werden. Die in der Antike berühmten Städte Leontinoi unweit des Ätna und Solunto, in der Nähe von Palermo gelegen, bieten bedeutende Ausgrabungen, die eine Geschichte vom 8. Jh.v.Chr. bis in die Zeit der Römer aufschlagen. Die beiden kleinen antiken Städtchen Entella und Erice zeigen interessante Zeugnisse aus der punischen und griechischen Zeit. Diesen Stätten schließen sich die hübschen Ruinen von Eloro an, die in der Nähe von Noto liegen. Die Nähe zu dieser berühmten barocken Stadt legt nahe, auch diesen schöne Ort zu besuchen.

Während das sehenswerte archäologische Museum von Morgantina sicherlich zu besichtigen ist, werden wir versuchen, auch das ungemein sehenswerte Museum von Palermo zu besuchen, das schon seit etlichen Jahren „in restauro“ ist. In dieser Stadt warten aber auch die normannischen Schlösser von Zisa und Cuba sowie die berühmte Kapuzziner-Gruft auf uns.

Einen sehenswerten Einblick in den Bereich Bergbau bietet der Parco Minerario Floristella-Grottacalda, um die Geschichte der Industrialisierung Siziliens durch den Abbau von Schwefel kennen zu lernen. Es ist eine Art Geschichte, die das Freilichtmuseum bietet, wie sie selten auf dieser Mittelmeerinsel erzählt wird. Die Salzgrotten von Realmonte schließlich sind aufgrund ihrer Größe ausgesprochen interessant.

Die Höhepunkte werden allerdings der Besuch der beiden Inseln Lampedusa und Pantelleria darstellen. Während Lampedusa vor allem landschaftlich beeindruckt, bietet Pantelleria interessante Ausgrabungen von der Bronzezeit bis zur römischen Spätantike. Im Museum befinden sich ausgesucht schöne Porträts des Iulius Caesar, des Kaisers Titus und der Agrippina minor, der Mutter Neros.

Die kulinarische Seite Siziliens wird durch die Besichtigung einer bedeutenden Käserei, darüber hinaus durch einen Besuch bei der berühmten „Päpstin der Dolci“ Sig.ra Maria Grammatico und schließlich durch eine Verkostung des bedeutenden Marsala-Weines auf Pantelleria auf's Köstlichste abgerundet.

Das Trentino. Burgen und Kirchen der Romanik und Gotik zwischen Südtirol und dem Gardasee (ca. 8 Tage) (ca. 2. Woche im Juni 2017)

Italienurlauber, die mit dem Wagen in Richtung Süden fahren, durchqueren zumeist das Trentino, ohne sich die Muße zu nehmen, diese kunst- und kulturgeschichtlich hochinteressante Region zu besuchen. Bereits die Kelten und später die Römer haben das langgesteckte Tal der Etsch einerseits als die wesentliche Handelsroute zum Brennerpaß und darüberhinaus in den Norden und andererseits als das Einfallstor für kriegerische Barbaren in den Süden verstanden. Im Mittelalter war das Trentino stark umkämpft, da die Kontrolle über diese Region politisch und wirtschaftlich gewinnbringend war. Die Grafen von Verona, die Dogen von Venedig, der Bischof, später Fürstbischof, von Trient und jeweiligen untereinander verfeindeten Adelsfamilien schufen eine große Anzahl von Burgen, von denen aus sie sich belauern und bekämpfen konnten.

Die wehrhaften Anlagen des Trentino weisen bemerkenswerte Fresken auf, die wie im Castel Arco oder dem Castel Stenico aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen. In der zuletzt genannten Burg sind sogar in der St. Martinskapelle noch Fresken aus dem 12. Jahrhundert erhalten. Pittoresk in den Ausläufern der südlichen Alpen gelegen, bietet das Castel Thun die einmalige Gelegenheit, eine seit dem 12. Jahrhundert ununterbrochen von einer Familie bewohnte und vollständig eingerichtete Adelsresidenz zu besuchen, die erst 1992 von der Region aufgekauft wurde. Das heutige Erscheinungsbild wird durch den Umbau in der Renaissancezeit geprägt.

Nicht weniger eindrucksvoll sind die Kirchen. In Bardolino befindet sich mit San Severo ein Juwel der romanisch-lombardischen Architektur mit einem kostbaren, weitgehend erhaltenen Freskenschmuck des 12. Jahrhunderts, die Christus als Weltenherrscher, die Passion und Apokalypse zeigt. Besonders einprägsam sind die nahe beieinander gelegenen Friedhofskirchen von Pinzolo (San Vigilio) und Carisolo (Santo Stefano), die beide ein ausdrucksstarkes Totentanzfresko des Simone II Bascheni aus dem frühen 16. Jahrhundert zeigen.

Die Stadt Trient selbst wurde Zeuge einer der welt- und religionsgeschichtlich wichtigsten Zusammenkünfte der katholischen Kirche, des Konzils von Trient (1545-1563), das als Reaktion auf die Reformation eine Umstrukturierung und Abschaffung von Missständen in der katholischen Kirche einleitete. Die Stadt wurde mit neuen Bauten und Restaurierungen vom mächtigen Bischof Bernardo de Cles für dieses Konzils direkt vorbereitet. Das Stadtbild wird bis heute davon geprägt.

Neben den kulturgeschichtlichen Besonderheiten weist das Trentino natürlich eine grandiose Landschaft und geologische Besonderheiten – eine besondere Art von Verwitterung – auf, wie die Erdpyramiden von Segonzano.
Die naturkundliche, vor allem geologische und paläontologie Seite, bzw. die Überreste aus der Zeit der Kelten und Römer werden im Museo Tridentino di Scienze Naturali zu bewundern sein.

Unbekanntes Sizilien. Der Nordosten und die Liparischen Inseln (ca. 11 Tage) (ca. 22. - 31. Oktober 2017)

Die konventionellen Studienfahrten nach Sizilien umfassen in der Regel nur die Insel selbst. Wenig Beachtung findet dabei der Nordosten. Berühmt ist die prächtige römische Villa von Piazza Armerina, wobei wenig bekannt ist, daß es in der Nähe von Messina weitere Villen dieser Art gibt. Die Villa Romana di San Biagio ist wegen der Konstruktion der Thermenanlage sehenswert, und die Villa Romana di Patti ist sogar größer als die Villa in Piazza Armerina und besitzt ebenfalls einige interessante Mosaikfußböden.

Mit dem Besuch von Tyndaris sind die Überreste einer griechisch-römischen Stadt zu bewundern.
Ein Sprung nach Reggio di Calabria führt im dortigen Museum zu den berühmten Bronzestatuen von Riace. Es handelt sich hierbei um zwei bronzene Kriegerstatuen aus der spätklassischen Zeit.

Ein wichtiger Höhepunkt bildet die Reise zu den Liparischen Inseln (Äolische Inseln). Die Besichtigungen gelten einerseits der vulkanisch aktiven Insel Volcano und anderen geologischen Besonderheiten, die im Jahre 2000 als Grundlage für die Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes durch die Unesco dienen. In archäologischer Hinsicht bieten die Inseln wichtige Erkenntnisse für die Vorgeschichte. Das im Mittelmeerraum begehrte Obsidian als Schneidewerkzeug stammt von den Inseln. Nach einer Blütezeit im Neolithikum sind wieder im mittleren 2. Jahrtausend v. Chr. intensive Handelskontakte mit der mykenischen Welt belegbar. Auf der Burg von Lipari sind interessante archäologische Ausgrabungen zu sehen, deren herausragende Funde im Museo Archeologico Eoliano zu bewundern sind. Neben einheimische Tonwaren, die einzigartige „ausonische Keramik“, sind die Statuetten und Theatermasken aus hellenistischer Zeit in teilweiser guter Bemalung weltberühmt. Im Mittelalter, vor allem in normannischer Zeit, entwickelte sich eine weitere Blütezeit. Aus dieser Zeit stammen ein Benediktinerkloster und die sehenswerte Kirche San Bartolomeo. Diese Studienfahrt wird nicht nur aufgrund der archäologischen Zeugnisse, sondern durch die landschaftlichen Eindrücke der vulkanischen Inselwelt in besonderer Erinnerung bleiben.