[Piazza Sordello, Mantua]
FLORENZ/FIRENZE, Toskana/Toscana
Von Roger Atkinson, Chester, UK

John Walter, ein junger englischer Journalist und Sohn des Besitzers der „Times“-Zeitung, hat bei seinen Reisen durch Europa vor hundert Jahren seine Fahrkarten aufgehoben und gelegentlich Verse dazugeschrieben. In seiner Sammlung – nun in meinem Besitz – blättere ich gern und denke an meinen eigenen Aufenthalt in Florenz.

Aus Walters Sammlung folgt nun ein kurzer Bericht – auf Englisch in Versform – über einen Ausflug in einer Dampfstraßenbahn von Florenz nach Fiesole um 1899. Die Fahrt kostete 70 centesimi.

“If the afternoon is hot and you think to spend it lazily
And pleasantly by lounging out by tramway to Fiesole
You’ll be badly disappointed, for the moment you step in
The car will fizz and grunt and spit and make a horrid din.
Then all at once you’ll hear a shriek, the man will ring his gong
And then you’ll know you’re off, and as you jolt and bang along,
You’ll think you’d rather travel in a dirty old tin can.
They say it only takes about three trips to kill a man.”

„Ist der Nachmittag heiß und man will ihn in Müßiggang bei einer angenehmen Straßenbahnfahrt nach Fiesole verbringen, wird man aufs Schwerste enttäuscht werden, denn sobald man das Gefährt betritt, wird der Wagen zischen und stöhnen und fauchen und einen Höllenlärm machen.

Dann plötzlich vernimmt man einen Schrei, der Mann schlägt seinen Gong und dann wissen Sie, dass es losgeht, und während Sie durchgerüttelt und geschau­kelt werden, werden Sie denken, Sie würden lieber in einer schmutzi­gen, alten Blechdose fahren. – Es heißt, ungefähr drei solche Fahrten würden einen Menschen umbringen.“
Fahrkarte für die Dampfstraßenbahn zwischen Florenz und Fiesole, ca. 1899, aus der Fahrkartensammlung von R. Atkinson