Beim letzten Rätsel hat es offensichtlich bei vielen etwas länger gedauert, um den Künstler zu finden. Er ist, denke ich, auch tatsächlich nicht so bekannt wie andere Künstler seiner Zeit. Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass der einflussreiche Kunstschriftsteller Giorgio Vasari ihn sehr negativ beschreibt. Er sei ein exzentrischer, fauler und sprunghafter Verrückter, der sein Talent durch ein tierhaftes Leben vergeudet habe und im Alter dementsprechend verarmt gestorben sein soll.
Es handelt sich um Giovanni Antonio Bazzi (1477 – 1549) allgemein bekannt unter ‚Il Sodoma‘. Unter Sodomie (benannt nach dem biblischen Sodom) verstand man damals im Unterschied zu heute jede sexuelle Handlung, die nicht der Norm entsprach. Sodoma war also vermutlich schwul – und im Unterschied zu vielen anderen Männern seiner Zeit scheint er sich nichts daraus gemacht zu haben, dass man ihn als ‚Sodoma‘ bezeichnete. Als sein Pferd (er legte großen Wert auf seinen Reitstall) beim Pferderennen in Siena gewann, ließ er sich als ‚Sodoma‘ feiern. Das war damals sicher eine sehr große Provokation – Sodomie galt als ein schweres Verbrechen und wurde an sich hart bestraft. Trotzdem wurde der Künstler vom Papst sogar zum Ritter geschlagen. Offensichtlich war er so talentiert, dass man über seine Extravaganz hinwegsah. Zu dem Künstler gibt es einen Podcast der Universität Hamburg – ‚Zwischen Pinsel und Pranger‘ – der Podcast dauert etwa achtzehn Minuten und ist sehr hörenswert.
Also – unbedingt mal reinhören.
In meiner Aufgabenstellung hatte ich von seinem Selbstbildnis geschrieben, das er in ein Bild mit dem Ordensheiligen, dem heiligen Benedikt hineinmalte – er hatte den Auftrag in Monte Oliveto Maggiore – einem Benediktiner Kloster südlich von Siena den Kreuzgang auszumalen – und dort stellte er sich so herrlich dar, dass Sie sich das Bild unbedingt im Netz anschauen sollten.
Gesucht habe ich aber nach dem heiligen Sebastian, den er 1525 gemalt hat. Sebastian war ein römischer Offizier, der vom Kaiser zum Tode verurteilt wurde, weil er sich zum Christentum bekannte. Er wird stets so dargestellt, dass ihn Pfeile durchbohren Bei diesem Bild kann man gut sehen, wie großartig er mit Farben umgehen konnte. Soweit ich weiß hat der Künstle, als er in Mailand war, Arbeiten von Leonardo gesehen – und das lässt sich, finde ich, gerade an diesem Werk gut erkennen.
Gewonnen hat dieses Mal die Nummer 17…. Und da steht ‚Johannes Heck‘ – bitte gebenSie mir Ihre Adresse, damit ich Ihnen das Bild schicken kann.


