Bei diesem Rätsel geht es wieder um einen Künstler aus der großen Zeit der italieni- schen Kunst. Man ist sich im allgemeinen ja gar nicht so bewusst, dass große Kunst überwiegend zu bestimmten Zeiten in bestimmten Regionen entsteht. So ist eben im 15./16. Jahrhundert Italien führend gewesen.
Der dieses Mal gesuchte Künstler ist in Venedig geboren. Bevor er in der Malerei reüssierte, soll er als Lautenspieler erfolgreich gewesen zu sein. Dann machte er eine Ausbildung in der damals erfolgreichsten künstlerischen Werkstatt. Dort erlernte er den typisch venezianischen Umgang mit Farbe. Diese Behandlung der Farbe hat er auch sein ganzes Leben beibehalten. Ja, man kann sagen, dass es ihm gelang, in seinen späteren Werken die beiden damals wesentlichen Schulen – die florentinische des ‚disegno‘ mit der venezianischen des ‚colorito‘ zusammenzubringen.
Durch einen bedeutenden Bankier war er nach Rom gekommen, wo er bald als einer der wichtigsten Künstler angesehen wurde. Daraus wuchs natürlich auch Neid – besonders ein Kollege schätzte ihn überhaupt nicht. Ein anderer Kollege wurde dagegen, obwohl er zehn Jahre älter war, ein enger Freund. Er galt bald als einer der bedeutendsten Portraitmaler der Stadt, und erhielt viele Aufträge.
Dann geschah etwas, was ihn und viele andere Menschen erschütterte. Dieses Ereignis ließ ihn verzweifeln. Er sah keinen Sinn mehr in seiner Arbeit und überhaupt in seinem Leben. In einem Brief an seinen Freund schrieb er: „Von mir ist nicht mehr viel übrig, das Universum könnte kaputtgehen, ich würde mich nicht drum kümmern.“
Tatsächlich veränderte sich sein Leben danach, er malte viel weniger als in den früheren Jahren, und die Bilder, die er malte, waren deutlich düsterer.
Dann zerstritt er sich auch noch mit seinem Freund – es ging an sich nur um eine technische Frage, die für beide aber offensichtlich so wichtig war, dass die Freundschaft zerbrach. Zum Glück erhielt er aber vom mächtigsten Herrscher ein Amt, das ihn von allen finanziellen Sorgen befreite. Daraufhin änderte er auch seinen Nachnamen – und unter diesem Namen ist er heute in der Kunstgeschichte bekannt.
Der schon häufig erwähnte Kunstschriftsteller hat ihn später sehr negativ beurteilt. Er schrieb: „„Sein Tod bedeutet keinen Verlust für die Kunst…“ und so war er dann auch lange vergessen.
Das Bild, das ich dieses Mal suche, hat er noch in den frühen Jahren gemalt. Es handelt sich um das Portrait einer schönen jungen Frau. Die Frau schaut den Künstler – also auch uns – direkt an. Links von ihrem Gesicht ist ein Blick in eine Landschaft gemalt.
Über ihrem Kleid hat sie einen genau wiedergegebenen Pelz. Besonders ist das Spiel ihrer Hände … dabei scheint mir das Bild an der linken Seite beschnitten zu sein????
Jedenfalls ist ihre linke Hand fast nicht mehr sichtbar… Wie sehen Sie das?
Egal…. Also…. Wer ist der Künstler? Welches Ereignis hat ihn depressiv werden lassen?
Und welches Bild kann das sein, das ich suche?
Viel Spaß beim Rätseln
Zu gewinnen gibt es dieses Mal diese kolorierte Zeichnung, die ich in Bologna gemacht habe (damit auch hierbei ‚disegno‘ und ‚colorito‘ zusammenklingen)



