Kunsträtsel 48
Dieses Mal suche ich wieder nach einem Künstler, der im zwanzigsten Jahrhundert gelebt hat. Ich war überrascht, als ich über ihn gelesen habe, dass er altersmäßig eigentlich noch in die sogenannte ‚Klassische Moderne‘ einzureihen wäre – aber er ist eigentlich erst nach dem zweiten Weltkrieg so richtig wichtig und bekannt geworden. Und die Arbeiten, die ich von ihm kannte, sind alle aus den fünfziger / sechziger Jahren.
Auch mein Freund und Atelierkollege Uli Winter dachte, dass er erst Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts geboren sei.
Geboren ist er an sich in Argentinien, dorthin war sein Vater – ein Bildhauer –ausgewandert.
Aber die Familie zog schon bald zurück nach Italien, sodass er in Italien aufwuchsund an einer Baugewerbeschule studierte – er wurde Diplomingenieur.
Früh schloss er sich der faschistischen Bewegung an und wurde sogar Mitglied der„Fasci di combattimento“ (Faschisten des Kampfes). Zwischenzeitlich ging er wiedernach Argentinien und arbeitete als Ingenieur und auch als Bildhauer im Atelier seinesVaters. Dann ging er wieder nach Italien zurück und studierte Bildhauerei an der Brerain Mailand. Seine Verbindungen zum Faschismus verhalfen ihm vermutlich auch zuAufträgen, jedenfalls nahm er schon 1930 mit einer Skulptur zum faschistischen Siegan einer bedeutenden Ausstellung teil. Auch eine Büste Mussolinis zählt zu seinenWerken in dieser Zeit.
Danach scheint er sich aber gewandelt zu haben. Jedenfalls schloss er sich schon inden dreißiger Jahren in Paris einer Gruppe abstrakter Künstler an. Während des Krieges lebte er dann auch wieder in Argentinien, wo er an einer selbst gegründeten Kunstschule lehrte. Nach dem Kriegsende kehrte er nach Europa zurück. Er nahm Ideen des Futurismus wieder auf, alle statischen Kunstgattungen wurden darin verworfen, sie sollten durch eine dynamische Kunst ersetzt werden. „Das Werk sollte allein aus der Vorstellungskraft des Betrachters wirken, indem es „von aller malerischen und propagandistischen
Rhetorik“ befreit werden sollte.“
Wie man daran gut sehen kann, hat er sich von seiner faschistischen Vergangenheit und Kunst vollständig gelöst und ganz andere Vorstellungen verwirklicht. Damit hatte der Künstler dann auch großen Erfolg. Ich denke, dass alle großen Museen für zeitgenössische Kunst Arbeiten von ihm besitzen und in Ausstellungen zeigen.
Ich suche dieses Mal nicht nach einer ganz bestimmten Arbeit dieses Künstlers sondern nach einem Zyklus. Alle Arbeiten dieses Zyklus sind ähnlich. Der Künstler bearbeitet dabei eine Leinwand nicht mit Farbe – er macht etwas ganz anderes damit, um eine Art von Räumlichkeit hervorzurufen.
Wer ist der gewandelte Künstler, was hat er dabei mit der Leinwand gemacht und wie nennt er dieses Verfahren? (Letzte Frage kann man sicher nur mit Hilfe von Wiki beantworten) Gewinnen kann man dieses Mal eine Zeichnung, die ich vor fünf Jahren in Florenz gemacht habe. Dort gibt es ein Museum für den Bildhauer Marino Marini. Da beide derselben Generation angehören aber völlig unterschiedlich gearbeitet haben, erscheint mir das doch sehr passend (nach ihm hatte ich auch schon einmal suchen lassen)
Viel Spaß beim Rätseln

By the way – vor einiger Zeit hatte ich ja nach dem Künstler ‚Maurizio Cattelan‘ suchen
lassen. Dieser Künstler hat das neue Zeitmagazin 37/2026 gestaltet – er wird in
dem Heft sehr gefeiert….
….. und…. Nächstes Wochenende ist wieder Zinnober in Hannover…. Auch unsere Ateliers
Theo 11‘ sind wieder dabei,….wer also in Hannover und Umgebung wohnt, ist
herzlich eingeladen….ich lege eine Einladung bei.


