Kunsträtsel 41 – Auflösung


Zum letzten Rätsel habe ich sehr viele richtige Lösungen erhalten – und einige
schrieben, dass sie sich darüber gefreut haben, dass ich dieses Mal einen
zeitgenössischen Künstler gewählt hatte. In jedem Fall war dieses Rätsel ein guter
Anlass für pro und contra zeitgenössischer Kunst. Ich habe die Kommentare gern
gelesen. Es handelt sich bei dem gesuchten Künstler um Maurizio Cattelan. Der
Künstler ist 1960 in Padua geboren – nachdem er längere Zeit in der italienischen
Kunstmetropole Mailand gearbeitet hat lebt er jetzt in New York. Das, was in der
Kunst ‚angesagt‘ ist, findet nur noch teilweise in Europa statt.
Den Namen des Künstlers habe ich, wie viele andere sicher auch, im
Zusammenhang mit der an die Wand geklebten Banane und dem bei einer
Versteigerung erzielten Preis von etwa 6 Millionen Dollar gelesen. So etwas kommt
dem normalen Kunstbetrachter sicher durchaus merkwürdig vor – wie kann jemand
so viel Geld dafür ausgeben? Dazu habe ich im Radio in einem Beitrag gehört, dass
der Käufer damit ja weltbekannt geworden ist, und dass es das war, was er vielleicht
mit dem Kauf erreichen wollte.
Einige seiner Arbeiten hatte ich schon bei einer der Biennalen in Venedig gesehen –
aber an Einzelheiten kann ich mich nicht erinnern. Aber bei der letzten Biennale
prangten an der Fassade des Frauengefängnisses auf der Giudecca zwei
riesengroße Füße – die erinnere ich immer noch. In diesem Gebäude fand die
Ausstellung des Vatikans statt – und die Verantwortlichen für die Ausstellung hatten
Cattelan dafür engagiert. Das mag sicher manchen überraschen – die dieses Mal im
Rätsel gesuchte Installation zeigt Papst Johannes Paul II, wie er von einem
Meteoriten niedergestreckt worden ist (man sieht also, dass vom Himmel nicht nur
Gutes kommt). Der Titel der Arbeit ist ‚la nona ora‘ – also ‚die neunte Stunde – und
zu dieser Zeit soll Jesus am Kreuz gestorben sein. Es spricht ja doch sehr für die
Offenheit des Vatikans, dass man diesen Künstler gewählt hat.
Schon an dieser Arbeit kann man erkennen, dass Cattelan durchaus über viel Witz
verfügt – die Banane trägt denn auch den Titel ‚Comedian‘. 2001 gestaltete er mit
‚Him‘ (Betender Hitler) eine kindlich, klein und unschuldig wirkende und fromm
kniende Figur von Adolf Hitler, und für das ‚Museum of Modern Art‘ schuf er eine
goldene Toilette – die tatsächlich benutzbar war und ist. Schauen Sie sich seine
Arbeiten einmal im Netz an – es lohnt sich. … ich zeige hier nichts…das könnte
Probleme geben. Ja, und Ihre Kommentare zu diesem Künstler und überhaupt zu
solcher Art von Kunst waren denn auch sehr unterschiedlich – das ging von ‚das ist
Kappes‘ bis ‚die Idee hinter einem Kunstwerk ist entscheidend, die Ausführung
erübrigt sich‘.
Gewonnen hat dieses Mal die Nummer 34 und da steht ‚Susanne Chiavetta‘. Bitte
setzen Sie sich mit mir in Verbindung, damit ich Ihnen die Zeichnung schicken kann.