Kunsträtsel 43 – Auflösung

Der Künstler, nach dem ich letztes Mal gesucht habe, ist Niccolò (oder auch Nicolà) Pisano. Er ist zwischen 1210 und 1220 in Apulien geboren und etwa 1284 in Pisa gestorben.
Am Beinamen ‚Pisano‘ kann man schon gut erkennen, dass er mit Pisa eng verbunden war. Aber es ist ziemlich sicher, dass er seine ersten Lebens- und Lehrjahre in Apulien verbracht hat. Wikipedia schreibt: „Er hat vermutlich in der süditalienischen Bildhauerwerkstatt, die mit der höfischen Kultur Friedrich II. in Verbindung stand, sein Handwerk gelernt.“
Ich denke, dass Pisa für ihn und seine Kunst auch sehr wichtig geworden ist, weil er dort im sogenannten ‚Camposanto Monumentale antike Sarkophage studieren konnte. Der Camposanto ist ein großes Gebäude mit einem Innenhof, der im mittelalterlichen Pisa als Grabstätte diente. An einigen Reliefs von Niccolò kann man deutlich sehen, welche Figuren er von welchen Sarkophagen übernommen hat. In Pisa erhielt er auch seinen ersten Großauftrag – für das Baptisterium schuf er mit seinen Mitarbeitern – darunter seinem Sohn Giovanni – eine Kanzel, wie es sie meines Wissens bis dahin – die Kanzel ist zwischen 1265 und 68 entstanden – noch nicht gegeben hat.
Der nächste große Auftrag kam dann aus Siena – die Stadt befand sich in dieser Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Macht. 1260 hatten die Sienesen und ihre Verbündeten die große Rivalin Florenz in der Schlacht bei Montaperti besiegt. Vor der Schlacht hatten die Stadtoberen der Madonna die Stadt übergeben, und so sollte im Dom – der ja der Madonna gewidmet ist – einiges erneuert und prächtiger gemacht werden. Und so gab man unter anderem Niccolò den Auftrag eine neue Kanzel anzufertigen.
Und diese Kanzel ist in der Tat ganz außergewöhnlich – so etwas gibt es in dieser Qualität der Durchführung nicht noch einmal.

Schaut man sich einzelne der Figuren an, dann sieht man, dass sie tatsächlich individuelle gestaltet sind.
Auch alles andere – die Bäume, die Pferde, Kamele und Hunde sind an die Natur angelehnt. Dass so etwas im 13. Jahrhundert möglich war – das ist für uns Nordmenschen doch unvorstellbar.
Dargestellt ist natürlich die Anbetung der Könige.
Gewonnen hat dieses Mal die Nummer 21 – und da steht Andrea Falk. Bitte setzten Sie sich mit mir in Verbindung, damit ich Ihnen die Zeichnung schicken kann.