Beim letzten Mal habe ich wieder nach einem Künstler gesucht, der der großen Zeit
der italienischen Geschichte angehört. Man kann ihn eigentlich gar nicht so als einen
richtigen Künstler bezeichnen – Vasari, der auch über ihn geschrieben hat, fand,
dass er zwar vieles konnte, aber doch ein schlechter Maler gewesen sei. Aber er war
das, was man als ‚Universalgenie‘ bezeichnen kann. Ob er wirklich im Schlusssprung
über die Schulter anderer Menschen hinweg springen konnte – nach anderen
Quellen sollen es Pferde gewesen sein, das lässt sich natürlich nicht mehr
feststellen. Aber er muss in jedem Fall seinen Zeitgenossen überragend erschienen
sein.
Es handelt sich um Leon Battista Alberti (1404 – 1472) Zeitlich gesehen gehört er
eindeutig in die sogenannte Frührenaissance. Obwohl er in Genua geboren ist –
seine Familie war aus Florenz verbannt – hat er doch lange Zeit dort gelebt. Er
kannte alle wichtigen Künstler, in seinem Buch über die Malkunst redet er im ‚Prolog‘
Filippo Brunelleschi direkt an (er nennt ihn an einer Stelle sogar ‚Pippo‘ – vermutlich
wurde er so im Freundeskreis genannt) und erwähnt die gemeinsamen Freunde
Donatello, Luca (vermutlich della Robbia) und Masaccio. Alberti war also in der Tat
mitten in dem Kreis der Intellektuellen und Künstler, die das hervorgebracht haben,
was wir heute als eine der größten Erfindungen der Neuzeit ansehen. Und im Kreis
der heute berühmtesten Künstler und Wissenschaftler war er hoch angesehen. Ein
Zeitgenosse schrieb über ihn. „Er ist so beschaffen, dass er, auf welches Gebiet
auch immer er seinen Geist richtet, alle anderen mit Leichtigkeit übertrifft.“ ]
Da er eine Zeitlang im Dienste des Papstes in Rom tätig war, konnte er die römische
Antike direkt vor Ort studieren, und so war er in der Lage, die alten Vorstellungen von
Architektur in die neue Zeit zu übertragen. Tatsächlich hat er auch einige Gebäude
geschaffen, die auch heute noch exemplarisch für das stehen, was wir Renaissance
nennen.
Das bei diesem Rätsel gesuchte Gebäude ist die
Kirche Santa Maria Novella in Florenz.
Tatsächlich ist von Alberti nur der obere Teil der
Fassade – der Kirchenbau und der untere Teil mit
den Grabnischen waren schon vorhanden.
Ich habe schon oft auf dem Platz vor der Kirche
gesessen und sie auch gezeichnet, aber ich bin
immer noch fasziniert davon, mit welcher
Selbstverständlichkeit Alberti das alte Gebäude
mit seinen neuen Ideen verbunden hat.
Gewonnen hat dieses Mal die Nummer 8, und da steht Dieter Richter …. Lieber Herr
Richter, bitte schicken Sie mir Ihre Postadresse, damit ich Ihnen das Bild zuschicken
kann.


