Kunsträtsel 42 – Auflösung

Beim letzten Rätsel habe ich nach einem Architekten, Maler und Kunstschriftsteller gesucht. Vor allem für seine ‚vite‘ ist er berühmt geworden. In der Tat haben mir einige geschrieben, dass sie mit Giorgio Vasari (* 30. Juli 1511 in Arezzo; † 27. Juni 1574 in Florenz) vor allem seine Beschreibungen der wichtigsten Künstler seiner Zeit verbinden. Und er wird tatsächlich häufig als ‚Vater der Kunstgeschichte‘ oder als ‚erster Kunsthistoriker‘ angesehen.  

Er muss außerordentlich viel Material gesammelt haben, um so ein umfangreiches Werk schreiben zu können. Dabei hatte er allerdings auch ein für ihn wichtiges Ziel – er stellte die Entwicklung der Kunst bis zu seiner Zeit so dar, dass Florenz darin eine sehr wichtige Rolle spielte. Dazu kam, dass er meinte, die Kunst sei mit Michelangelo an ihr Ende gekommen. Von ihm sind auch die Begriffe Gotik, Renaissance und Manierismus in die Kunstgeschichte eingeführt worden –zum Begriff ‚Manierismus‘ hat mir Beate Nagel aus Braunschweig geschrieben, dass man nach Meinung von Vasari ‚nella maniera di Michelangelo‘ – also ‚in der Art von Michelangelo‘ malen solle. Das wusste ich in der Tat nicht – wieder was gelernt. Davon ausgehend hat man dann aber von der ‚maniera moderna‘ gesprochen – das wurde wiederum so verstanden, dass die Künstler so individuell und eigenständig malen sollten, wie es das vorher noch nie gegeben hatte.

Vasari selbst hat aber ‚nella maniera di Michelangelo‘ gemalt – und das hat dazu geführt, dass seine eigene Malerei ja doch sehr ‚trocken‘ und langweilig wirkt. Eine Ausnahme ist für mich in der Tat sein Selbstbildnis – obwohl er auch da eklektisch malt, ist da für mich eine größere Wahrheit – Ernsthaftigkeit… zu sehen. Auch in vielen Zuschriften von Ihnen wurde darauf hingewiesen. Ich habe mich über die Kommentare dazu und zu den Rätseln überhaupt wieder sehr gefreut.

Gesucht habe ich aber die ‚Uffizien‘, die Vasari konzipiert hat. Dieses Gebäude war in der Tat zunächst als Büro- und Verwaltungsbau geplant. Im Namen ‚Uffizien‘ sind ja noch die ‚uffici‘ erkennbar – das sind schlicht die Büros.

Eine große Besonderheit dieser Architektur ist nun der Zwischenraum zwischen den beiden langen Bauteilen – er ist so schmal, dass er in der Wahrnehmung wie eine Art Innenraum erscheint. Damit ist in der Tat etwas ganz Neues in die Architektur eingeführt worden. Das Nichts, der Leerraum wird von den Betrachtern als das ‚auch Gemeinte‘ erlebt. Dieses Bauwerk wird daher auch als herausragend manieristisch angesehen.

Gewonnen hat dieses Mal die Nummer 13 – und das steht Jan Schilling. Herzlichen Glückwunsch Jan, wir telefonieren in den nächsten Tagen, damit ich dir das Bild übergeben kann.