Kunsträtsel 44
Beim letzten Rätsel ging es ganz weit zurück in die Vergangenheit – dieses Mal ist es wieder ein zeitgenössischer Künstler, der gesucht wird. Wenn man ihn allerdings mit Maurizio Cattelan, der ja vor einiger Zeit gesucht wurde, vergleicht, dann gehört er doch eher zu den Künstlern, die etwas konventioneller sind. Er ist allerdings auch schon durchaus älter als Cattelan.
Unser Künstler hat zunächst bei seinem Vater in einer Restaurationswerkstatt gearbeitet.
Man kann annehmen, dass er dabei auch schon viele künstlerische Techniken erlernt hat. Für mich bekanntgeworden ist er vor allem durch große spiegelnde Arbeiten.
Dabei benutzte er keine normalen Glasspiegel sondern auf Hochglanz polierte Metalle.
Bei einem Glasspiegel ist die spiegelnde Fläche hinter der Glasscheibe, bei den Metallplatten ist das nicht so. Da auf diesen ‚Spiegeln‘ häufig Menschen abgebildet sind, wird man als Betrachter selbst Teil des Kunstwerks. Man geht also zwangsläufig eine Beziehung mit den dargestellten Personen ein. Teilweise hat der Künstler dabei auch konkave oder konvexe Spiegel verwandt – als Betrachter wurde man im Unterschied zu den dargestellten Personen dann entsprechend verzerrt.
In einer weiteren wichtigen Schaffensphase arbeitete er mit alltäglichen, ‚banalen‘ Materialien.
Er war also auch Teil der sogenannten ‚Arte Povera Bewegung‘. Wie ich gelesen habe, zog er sich auch noch zeitweise aus dem Kunstgeschehen zurück und arbeitete als Skilehrer.
Neben all diesen diversen Tätigkeiten schrieb er auch noch mehrere Bücher, in denen er über Kunst reflektierte. Und dazu gründete er eine ‚Città dell Arte‘, In ihr sollen in einer Art Laborsituation kreative Ressourcen freigelegt werden, um innovative Ideen und Möglichkeiten hervorzubringen. Man sieht schon an dieser knappen Beschreibung, um was für einen ungewöhnlich kreativen und vielfältig begabten Menschen und Künstler es sich bei ihm handelt. Er hat auf der ganzen Welt ausgestellt, er erhielt viele Preise – unter anderem einen sehr wichtigen für sein Lebenswerk.
Ich suche dieses Mal nach einem Mahnmal für die ermordeten Juden, das an zentraler Stelle einer großen norddeutschen Stadt steht. Der Künstler hat dabei wieder etwas auch für ihn Neues gemacht. Auf einem großen quadratischen Sockel befinden sich eine zweite Stufe und darauf der Ansatz einer Pyramide. Über eine Treppe mit sechs Stufen kann man hinaufgehen. Anstatt einer Spitze befindet sich in ihrer Mitte ein stilisiertes Tor, in dem sich zwei Menschen einander gegenüber setzen können. Ich
möchte fast eine Wette eingehen, dass die meisten Bewohner der Stadt, in der das Mahnmal steht, nicht wissen, von welch bedeutendem Künstler es ist.
Wer ist der vielfältige Künstler? In welcher Stadt befindet sich das Denkmal? Kannte Sie das Werk schon vorher? Viel Freude beim Nachschauen im Netz oder in Büchern….. und … wie immer freue ich mich über Kommentare ….
Zu gewinnen gibt es dieses Mal die Zeichnung dreier Skulpturen von Giovanni Pisano,
die ich (wenn ich mich richtig erinnere) vor einigen Jahren in Siena gemacht habe. Ich
habe sie ausgewählt, weil Giovanni der Sohn des letztes Mal gesuchten Niccolò war.
Das fand ich doch sehr passend.



