Kunsträtsel 46
Dieses Mal habe ich einen Künstler ausgesucht, den ich erst in der letzten Zeit genauer kennen- und schätzen gelernt habe. Das liegt u.a. daran, dass ich mit einem Freundeine Woche in Neapel verbracht habe…
Der Künstler hat seine erste Ausbildung bei seinem Vater gehabt – und es wird über ihn berichtet, dass er schon mit acht Jahren eigenhändig bei einem Altarbild mitgearbeitet haben soll. Zwei von ihm dabei gemalte Putti soll man noch heute sehen können. Sein zweiter Lehrer war dann ein spanischer Maler; auch sein Einfluss ist in seinem Werk nachzuvollziehen.
Mit seiner Frau hat er mindestens zehn Kinder gehabt – und man kann daher annehmen, dass er, um alle gut versorgen zu können, sehr viel gearbeitet haben muss. Und tatsächlich hat er in seinem Leben in vielen Städten Italiens ein außerordentlich großes Oeuvre hinterlassen. Diese große Menge an unterschiedlichsten Aufträgen führte sicher auch dazu, dass er sehr schnell arbeiten musste. Vielleicht als Anekdote wurde über ihn geschrieben, dass er ein ganzes Altarbild in eineinhalb Tagen vollendet habe.
Er malte in Öl auf Leinwand, aber er war auch berühmt für seine Freskomalerei. Inhaltlich reichte seine Bandbreite von religiösen Werken über Historienmalerei bis zu mythologischen Werken. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Selbstbildnissen – das hat mich doch etwas erstaunt, weil er sie ja eigentlich nur für sich gemacht haben muss. Auf mindestens einem dieser Selbstbildnisse trägt er so etwas wie eine Art Brille – vielleicht galt das damals auch als Statussymbol.
Die große Produktivität und die Schnelligkeit beim Malen könnten denn auch der Grund für seinen Spitznamen gewesen sein, der ihm sein Leben lang anhaftete. Außerdem habe man ihn auch als „Proteus der Maler“ bezeichnet, weil er „jeden Stil“ nachahmen konnte. Er war also ein ganz außergewöhnlicher Künstler, den ich bisher viel zu wenig ‚auf dem Schirm‘ gehabt hatte.
Das Bild, das ich dieses Mal suche, befindet sich aber nicht in seiner Heimatstadt. Obwohl ich die Kirche, in der es zu sehen ist, schon mehrfach besucht habe, hatte ich es bisher nicht wahrgenommen.
Es handelt sich um ein Altarbild im Hochformat, das oben durch eine Rundung abgeschlossen wird. Man schaut im unteren Bereich auf eine Treppe mit neun Stufen. Fast schon ganz oben steht ein kleines Mädchen, das die Hände aneinander gelegt hat. Hinter dem Kind befinden sich vermutlich die Eltern. Auf der Brüstung, zu der alles strebt, stehen Männer, die auf das Kind schauen. Der mittlere Mann trägt eine aufwändige Kopfbedeckung, er hat die Arme ausgebreitet, um das Kind zu empfangen.
Wer ist der gesuchte Künstler und wie ist sein Spitzname? In welcher Kirche befindet sich das gesuchte Bild?
Zu gewinnen gibt es dieses Mal eine aquarellierte Zeichnung, die ich vor kurzer Zeit in Neapel gemacht habe. Am Meer sitzend habe ich das ‚Castello dell’Ovo – das ist die älteste Burg der Stadt – gezeichnet. Im Hintergrund sieht man auf der rechten Bildseite den Vesuv.
Viel Spaß beim Rätseln



