Kunsträtsel 41
Im Unterschied zu allen bisher erschienen Rätseln suche ich dieses Mal nach einem zeitgenössischen Künstler. Er lebt und arbeitet noch – in der Tat ist er gerade erst 65 Jahre alt. Ich habe ihn gewählt, weil eine sehr Arbeiten vor relativ kurzer Zeit in den Medien – teilweise recht kritisch – besprochen wurde. In der Tat ist diese Arbeit von ihm so, dass sicher viele sagen – aber das könne doch nun wirklich jede und jeder.
Nun bin ich in den letzten Jahrzehnten relativ regelmäßig bei der Kunstbiennale in Venedig und bei der Documenta in Kassel gewesen, und vieles von dem, was dort gezeigt wurde, hat auch bei mir durchaus ein leichtes Kopfschütteln verursacht. Aber – sei’s wie es wolle – die Welt hat sich gerade in den letzten Jahren doch sehr verändert, und da muss man akzeptieren, dass auch das, was man unter Kunst versteht, sich verändert hat. Es gibt sicher immer noch Künstler, die mit eigener Hand zeichnen und malen – ich selbst gehöre ja auch dazu – aber für viele steht die Idee im Vordergrund. Die Strömung wird unter ‚conceptual art‘ geführt.
Das alles ist gar nicht so neu – schon im frühen 16. Jahrhundert wurde darüber diskutiert, was wichtiger sei – die Idee, die hinter einem Kunstwerk steckt oder die handwerkliche Ausführung. Im 18. Jahrhundert scheint das noch mehr Thema gewesen zu sein, so lässt Gotthold Ephraim Lessing in seinem Schauspiel Emilia Galotti den Maler Conti sagen: „Oder meynen Sie, Prinz, daß Raphael nicht das größte malerische Genie gewesen wäre, wenn er unglücklicher Weise ohne Hände wäre geboren worden?“
Das ist nun in der Tat eine interessante Frage, die heute besonders relevant ist. Der dieses Mal gesuchte Künstler lässt – soweit ich weiß – seine Werke von anderen Menschen herstellen. In wie weit er dabei welche Anweisungen gibt, ob er beim Herstellungsprozess anwesend ist, oder ob er nur schriftliche Hinweise gibt, das weiß ich nicht. Bei der in den Medien vor kurzem so heftig diskutierten Arbeit hat er mit Sicherheit kaum etwas selbst hergestellt – es handelt sich dabei um eine Banane, die mit Klebeband an eine Wand geklebt ist. Das Werk wurde bei einer Auktion für über sechs Millionen Dollar ersteigert. Man kann sich gut vorstellen, dass so etwas kritisch beäugt wurde.
Ich suche aber nach einer Arbeit, die der Künstler schon 1999 geschaffen hat (inwieweit er an der Ausführung beteiligt war, weiß ich nicht) Auf einem roten Teppich liegt die hyperrealistische Nachbildung eines in ein weißes Gewand gekleideter Mannes, der von einem Meteoriten niedergestreckt worden ist. Dabei handelt es sich um eine damals weltbekannte Persönlichkeit. Diese Installation hat besonders bei einer Ausstellung sehr heftige Reaktionen des Publikums gegeben.
Wer ist der Künstler, welchen Titel hat die gesuchte Arbeit und welcher Mann wurde dargestellt?
Zu gewinnen gibt es dieses Mal eine Zeichnung, die ich bei der letzten Biennale in Venedig gemacht habe. Neben vielen Ausstellungsorten in der Stadt gibt es vor allem die ‚Giardini‘ – dort sind viele Pavill0ons der Länder – und das ‚Arsenale‘ – das ist die ehemalige Werft, wo früher die Galeeren gebaut wurden. Am Ende dieser riesig großen Fabrik ist ein Hafenbecken, und von dort hat man wieder wunderbare Blicke. Vom Betrachten der Kunst in den Hallen recht erschöpft, habe ich diese Zeichnung gemacht.
Bitte schicken Sie die Lösung an meine Mailadresse: rainer-grimm@arcor.de

Viel Spaß beim Rätseln und ich würde mich über Kommentare zum dieses Mal gesuchten Künstlers freuen….


