Kunsträtsel / Rätselkunst Vier

Auflösungen bitte an kunst@dik-hannover.de

Nachdem beim letzten Mal ein Bild der Moderne gefragt war, geht es dieses Mal um eines, das schon vor mehr als 700 Jahren gemalt wurde. Das Bild ist eines von sehr vielen Fresken, mit der ein schon damals hochberühmter Maler eine ganze Kapelle ausgeschmückt  hat.

Der Legende nach hat der Sohn eines Wucherers die Kapelle bauen lassen, um den Vater von den Höllenqualen zu befreien. Dass die Kapelle zur Vergeltung für die Sünden des Vaters errichtet wurde, wird heute zwar eher angezweifelt, dennoch zeigt ein Vers aus der ‚Göttlichen Komödie‘ von Dante, dass er in seiner Zeit wohl tatsächlich als  ‚Finanzhai‘ angesehen wurde. Bei seiner Wanderung durch’s Inferno sieht er ihn nämlich im Höllenkreis der Wucherer, und da Dante und der gesuchte Künstler zur selben Zeit gelebt haben, klingt das doch recht überzeugend.

Auf dem gesuchten Bild sind – passend zu dieser Zeit im Januar – die `heiligen drei Könige‘ zu sehen, wie sie das neugeborene Jesuskind besuchen. Das Bild ist nahezu quadratisch – wie auch alle anderen Bilder dieses Zyklus. Auf der vom Betrachter aus gesehenen linken Bildseite sieht man das Vorderteil eines Tieres, das an ein Dromedar erinnert. Von einem zweiten sieht man nur den Kopf. Der Künstler hat  vermutlich die etwas exotisch aussehenden Tiere gewählt, weil er damit auf die weite Reise der drei hinweisen konnte. Es ist anzunehmen, dass er diese Art von Tieren nur von Abbildungen oder Erzählungen her kannte.

Neben den Tieren und etwas verdeckt steht ein grau gekleideter Mann, der zu dem Tier aufschaut. Er ist als einziger ohne Heiligenschein wiedergegeben. Im Vordergrund und etwas größer sind zwei der drei Weisen oder Könige (im Italienischen werden sie ‚Magier‘ genannt) zu sehen. Der dritte kniet vor dem Kind, das Maria ihm entgegenhält, er küsst dem Kind die Füße. Maria trägt ein prächtiges Gewand – das entspricht  sicher nicht dem Bibeltext. Links neben Maria steht leicht verdeckt Josef. Nach rechts schließt ein Engel das Bild ab.

Die Magier befinden sich im Freien auf einem felsigen Grund. Sie sind ganz offensichtlich gerade erst angekommen. Maria und Josef dagegen haben sie in einem umfriedeten Bereich erwartet – man sieht vier Stützen und ein Dach, darunter sind sie gemalt. Im Hintergrund  ragt ein spitzer Berg in die Höhe. Auf dem dunkelblau gemalten Himmel fliegt ein großer Komet in Richtung des ‚Stalls‘ oder ‚Hauses‘.

Alles ist so gemalt, dass man sofort erkennen kann, um was es geht. Die Magier kommen von weit her, der Komet steht über dem ‚Stall‘, er hat sie zum Jesuskind geführt. Dass sie Heilige sind, sieht man daran, dass sie ebenso wie die heilige Familie und der Engel  einen Heiligenschein haben. Es ist schon später Abend oder Nacht – der Himmel ist jedenfalls in einem dunklen Blau gemalt.

Vielfach wird der Künstler als Vorbereiter der Renaissance angesehen, und tatsächlich hat er vieles neu in die Kunst eingebracht. So ist bei ihm der Himmel blau gemalt und die dargestellten Menschen (und bei anderen Bildern sogar die Engel) zeigen Emotionen. Dennoch sieht man an der Landschaft und dem ‚Stall‘, dass hier noch nach einem Schema vorgegangen wurde.

Wer ist der Künstler, nach wem ist die Kapelle benannt und in welcher Stadt  befindet sich der sehr sehenswerte Bilderzyklus?

Wer richtig geraten hat, nimmt an der Verlosung der Zeichnung auf der linken Seite teil.

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Ich habe diesen Ausschnitt des ‚römischen Theaters‘ in Fiesole im letzten Jahr gezeichnet. Wir hatten uns eine knappe Woche intensiv Florenz angeschaut. Am vorletzten Tag fuhren wir nach Fiesole hinauf und dabei ist dann diese Zeichnung entstanden.

Rainer Grimm


Zu gewinnen bei der Verlosung: Zeichnung von Dr. Rainer Grimm „Ausschnitt des ‚römischen Theaters