Do., 11.02.2021 – Vortrag: Die sprechenden Statuen von Rom

Datum: Donnerstag, den 11.02.2021
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort:
Titel: Die sprechenden Statuen von Rom
Referent: Dr. Alexander Mlasowsky, Burgdorf

DR. ALEXANDER MLASOWSKY, BURGDORF

Museum August Kestner

Pasquino (Aufnahme des Verf.)

Es gibt kaum eine andere Hauptstadt, die an „jeder Ecke“ so viele Sehenswürdigkeiten bietet, wie Rom. Neben den großen und bedeutenden Denkmälern, wie beispielsweise das Kolosseum, gibt es aber auch an manchen Ecken der Stadt „kleine“ Monumente, die vom Tourismusstrom gerne übersehen werden. Es handelt sich zumeist um antiken Statuen, die durch den Wandel der Zeit etwas mitgenommen aussehen, aber dennoch von der Bevölkerung seit dem Mittelalter hoch geschätzt werden. Denn an einigen von ihnen wurden – und werden heute noch – anonyme Zettel angebracht, um in Spottversen auf den korrupten Adel und Klerus oder allgemein auf unerträgliche Zustände hinzuweisen. In Zeiten der unterdrückten Meinungsfreiheit war dies die einzige Möglichkeit, seinen Unmut freien Lauf zu lassen, ohne dafür belangt zu werden. Diese zum Teil in deftiger Sprache, ja sogar gelegentlich im römischen Dialekt verfassten Verse führten bisweilen dazu, daß sich die Statuen in der Form miteinander unterhielten, daß die Verfasser eigener Zeilen auf die Verspottung an einer anderen Statue antworteten. In diesem Vortrag stehen nun nicht die Spottverse im Zentrum, sondern es werden vielmehr die Statuen vorgestellt und der ursprüngliche Kontext der Aufstellung beleuchtet. Es werden auch andere steinerne und bronzene Zeugen aus der Vergangenheit besprochen, die so manche Überraschung bereithalten.

Dr. Alexander Mlasowsky hat an den Universitäten Heidelberg und Hamburg Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Vor- und Frühgeschichte studiert. Seine Forschungen und Veröffentlichungen gelten der politischen und privaten Selbstdarstellung in archäologischen und numismatischen Quellen. Er leitet die Firma ‚Art & Archaeology Consulting‘ und betreut Privatsammlungen antiker Kunst.